Da unser DWZ-Schnitt um 200 Punkte höher war als der Karlsbader, sollte es vom Papier her eine eher klare Sache werden. Dennoch tat sich unsere Mannschaft in Brettreihenfolge mit Jonas, Roland, Axel und Thomas schwerer als gedacht.
Die Eröffnungsphase verlief gerade an den ersten zwei Brettern weniger zufriedenstellend. Jonas musste gegen die "Übereröffnung" Caro-Cann versuchen, einen Eröffnungsvorteil zu erzielen, was jedoch nicht allzu gut gelang, während Roland an Brett 2, der einmal mehr nach wenigen Zügen aus dem Buch war, wohl nicht die besten Züge fand, und sich mehr und mehr in einer passiven Stellung wiederfand. Besser sah es da schon bei Axel, der gut aus der Eröffnung kam und als Schwarzer einen langfristigen strategischen Vorteil erreichte. Noch besser war Thomas´Stellung, da sein Gegner etwas unmotiviert eine Figur für zwei Bauern opferte und es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein sollte bis der Punkt eingetragen wird, oder doch nicht?
Als es dann Richtung Zeitnot ging, klärten sich die Verhältnisse, da Roland für seine passive Stellung zunächst einen Bauern eroberte und dann ein Dauerschach des Gegners zuließ, was dieser ohne zu Zögern spielte. Kurz später konnte Axel den vollen Punkt einfahren, da er in einem entstehenden Turmendspiel deutlich besser stand und dann noch den ein oder anderen Bauern eroberte. 1.5-0.5. Nun war der Drops quasi gelutscht, denn Jonas erreichte ein +=-Endspiel, in dem sein Gegner nur noch hin-und herziehen konnte. Und ein Remis eins hätte ja noch Berliner Wertung in jedem Fall gereicht. Trotzdem spielte Jonas noch ein wenig weiter, da Thomas Stellung, die zwar deutlich unklarer wurde, weil die gegnerischen Freibauern immer weiter nach vorne gepeitscht wurden, immer noch gewonnen war. Mit der Zeit war es zumindest für die Außenstehenden nicht mehr ganz so klar, ob Thomas nicht vielleicht doch noch verlieren könnte, sodass Jonas auf Nummer sicher ging und in einem etwas besseren Turmendspiel Remis machte. Schlussendlich konnte auch Thomas seine Stellung nach fast 6 Stunden Spielzeit doch noch zum Sieg führen, obwohl der gegnerische Freibauer nicht unbedingt bis b2 hätte kommen müssen.
Letztlich war es dann doch ein recht souveräner Sieg, wenn auch unsere zwei Spitzenbretter sich nicht für weitere Einsätze empfehlen konnten...