Schachklub 1926 Ettlingen e.V.

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mannschaftskämpfe Bezirksklasse Post 1 - Ettlingen 2 : 3,5 - 4,5 - vom 14.12.2009 17:46 Thomas Batton
In den Runden 4-6 erwarteten wir die harten Kämpfe gegen Mitfavoriten (falls wir selbst zu dem Zeitpunkt noch einer sind), und die Post machte den Auftakt. Auch in letzter Zeit gelegentlicher Gast in überbezirklichen Sphären (in den nineties bis zur VLN!) war sie als starker Gegner erwartet worden. Beide Mannschaften nicht in Bestaufstellung, aber wir mit dem DWZ-Näschen einen knappen Hunderter höher im Wind waren dann wohl doch Favorit. DWZ-Zahlen sind das eine, und überirdisches Gegurke ist das andere. In den knapp ersten 2 Stunden sah es so aus (meine nicht von überirdischer Erkenntnistiefe triefende Sicht): an 1 Axel nix los, an 2 Daniel, hm.., gedrückt, an 3 Raphael nix los, an 4 ich, als Schwarzer m.e. mit Druck aus der Eröffnung rausgekommen, an 5 Wolfe leichter Positionsvorteil (gegnerischer Einzelbauer auf Schlechtläuferfarbe blockiert), dann Johannes an 6 Positionsvorteil, Zeitnachteil, noch nix zwingendes; Holger an 7 unklar, vielleicht Vorteil, Volker an 8 unklar.

Doch ziemlich schnell, in welcher genauen Reihenfolge, kann ich nicht sagen, nahmen dann einige Partien Wendungen. Als erstes Holger zur Entscheidung, mit f-Bauern vorgeprellt bis die schwarze Stellung hinüber war, 1:0 nach 2:35h. In etwa glich Raphael das wieder aus, der eine der schlichtestmöglichen Springergabeln übersehen hatte und kompensationslos mit Qualle minus weitermachen musste. Das wiederum konnte ich temporär ausgleichen, weil ein für mein Gefühl hübsches Figurenopfer in 2 kerngesunde Mehrbauern umgemünzt wurde. Bei Daniel und Johannes lief immer mehr die Zeit davon, aber ähnlich dramatisch auch bei Volkers Gegner.

Das nächste Partieende war dann meins. Ein Damenrückzug aus einer Gabel auf das dümmste verfügbare Feld (nach Fritz trotzdem gewonnen, aber eher nicht für Normalsterbliche) eröffnete nun meinem Gegner die Chance eines Figurenopfers, das nicht abgelehnt werden konnte, den König dumm auf die Grundreihe nagelte und zum 1:1 Ausgleich nach 3:05h führte. Langsam verdunkelten sich die Wolken, Johannes hatte eine Figur geopfert, und konnte nicht wirklich was draus machen (ausser die eigene Zeitnot steigern), bei Daniel sah es ähnlich aus, und Raphael war eigentlich auch abzuschreiben. Nur bei Axel sah es immer besser aus, aber in der Summe war das ein Minusgeschäft. Johannes markierte den nächsten Zähler für den Gegner, und Volker, ohne dass ich gesehen hätte, warum, dann unseren Ausgleich. Erst die abendliche Erfassung der Partie ergab, dass sein Gegner in seiner auch nicht ganz kleinen Zeitnot die von einem Bauern angegriffene Madam schlicht nicht weggezogen hatte - und nach dem obligatorischen Schlagfall stante pede aufgab.

Die anderen 4 Partien gingen alle Richtung Vollverbrauch der Bedenkzeit, Axel inzwischen Siegerstrasse, Daniel in entgegengesetzter Richtung, Raphael hatte sich berappelt und ich ein zwischenzeitliches Remisangebot seines Gegners ablehnend entschieden. (Wolfe hatte übrigens deutlich früher schon eins, ich habe sofort auf "entscheidest Du selbst" gesetzt - er stand besser, kann nicht verlieren, soll selbst wissen, was er sich zutraut). Nach jetzigem Stand hätte ich es auch ablehnen müssen. Unser Problem: nach noch einem (Mannschafts-) Remis reicht nicht mal mehr der direkte Sieg gegen Karlsbad....

Interessanterweise nahm weder der gegnerische Mannschaftsführer (es schien der Spieler an Brett 1 zu sein, wie so im Nachhinein kommuniziert wurde, aber die Aufstellung hat mit mir der Spieler an Brett 6 gemacht, der auch die Paarungen vorlas und den Kampf eröffnete) noch sonst ein Anwesender Schiedsrichterpflichten wahr. Immerhin gingen Brett 1 und 2 simultan in die Phase, in der niemand mehr mitschreiben musste, Raphael war knapp an 40 und ungefährdet, Wolfe hatte 40. Der Brett-6-Spieler analysierte draussen seine Partie, und Brett 1 spielte halt selbst und hat sich nicht um Hilfsschiedsrichter bemüht. Ich war zwar frei, aber nicht beauftragt, also behielt ich einfach nur passiv das Geschehen im Auge.

Innerhalb weniger Sekunden knallte es dann 3-mal: Axels Gegner an 1 überschritt (inzwischen mit Dame minus) die Zeit, Daniel schaffte mit 1 Sekunde auf der Uhr die Zeitkontrolle und war direkt danach matt, und Raphael mopste im Qualle-Minus-Endspiel noch einen Bauern, dass sein Gegner direkt aufgab : peng/peng/peng und als der Rauch diverser Colts sich verzog (nein ich bin schneller, wie Lucky Luke, beim Beginn des dritten Knalls, aber bevor die Schallwellen irgendjemanden erreichen konnten) informierte ich Wolfe, dass er jetzt remis machen kann: und er gab stante pede ein solches Angebot ab, erst jetzt wurden wir durch die Hin- und Her-Gespräche auf eventuelle Realmannschaftsführer aufmerksam, es vergingen irgendwie 10 Minuten, und dann nahm der Gegner das den Mannschaftsverlust besiegelnde Remis an!?!?!?!?! Naja, Bezirksklasse halt (in der VLN wurde bei uns am selben Tag später ein eindrucksvolles Gegenbeispiel von Mosbach geliefert: nachdem beim Stand von 3-3 ein Spieler in horrender 2. Zeitnot seine Partie über den Jordan gejagt hatte, versuchte der verbliebene Kollege wenigstens alles, ein tot remis TL-Endspiel mit verschiedenen doch noch zu gewinnen - logischerweise hat er dann halt auch verloren - aber er hat's versucht LOB-LOB-LOB). OK, Wolfe hatte in den paar Zügen vorher endlich mal den Schmerzensdruck in der Stellung fühlbar angezogen, aber ich hoffe doch, dass bei uns in so einer Situation weitergespielt wird (ich erteile da als MF jedenfalls keine Freigabe, und wenn da einer zuwiderhandelt, wird das auch kaum konsequenzenlos bleiben - Ali kennt da unzählige Schauergeschichten aus der SKE-Historie).

Was bleibt: wir sind noch im Rennen, nächste Runde geht's um die Wurst, Hoffnung macht das alles nicht - oder doch?! wenn da ein paar vermutete Leistungsträger samt und sonders im Sumpf versinken, dann ziehen die anderen die Kiste aus dem Sumpf! So geht's letzten Endes auch, wir haben eine ganze Saison lang mal das Gegenteil ertragen müssen, dass immer die Gegner auf merkwürdigsten Wegen viereinhalb Punkte gefunden haben, warum nicht mal wir... AUsserdem könnten wir eventuell ja noch mal stärker antreten, da ginge noch was; die Antrittswelle hat diesmal die dritte Mannschaft erfasst, die auf einmal von 10 Freiwilligen 2 an die 4 + 5 verteilen durfte, welch ein Luxus, kann mich an was ähnliches nicht erinnern. Am Ende standen auf der Homepage noch 2 Ersatzspieler, die freiwillig antreten würden (also ohne Androhungen von Gewalt oder Freibier) und wir haben sie einfach nicht gebraucht - das ist wie auf einem anderen Stern und ich glaube Premiere in der aktuell ca. 83-jährigen Vereinsgeschichte...

Brett SABT Post Südstadt Karlsruhe 1 1714 - SK 1926 Ettlingen 2 1808 3½:4½
1     Dorn,Rainer,Dr.                1828 - Schlippe,Axel       1910 0:1
2     Linke,Klaus                    1862 - Volz,Daniel         1799 1:0
3     Daiber,Wolfgang,Dr.            1758 - Weber,Raphael       1842 0:1
4     Deter,Frank                    1736 - Batton,Thomas       1948 1:0
5     Hänsler,Bernd-Oliver           1663 - Anderer,Wolfgang    1773 ½:½
6     Brüstle,Wilfried               1603 - Becker,Johannes     1722 1:0
7     Pinter,Istvan                  1676 - Bremenkamp,Holger   1697 0:1
8     Stegh,Siegfried                1588 - Wipfler,Volker      1775 0:1


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