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Hindernis 1 an diesem Spieltag war zunächst mal die Hinfahrt, doch bevor jemand mit Sommerreifen durch den Schnee musste, fanden sich Marijans Dodge-Nachfolger und mein zuverlässiger Japaner und brachten alle wohlbehalten in die Goldstadt neben den Heizraum der Inselschule, wo uns Hindernis 2, die per Internetchat am Vorabend als stark angekündigten Pforzheimer Gastgeber, erwartete. Als dann mit etwas Verspätung alle da waren präsentierte sich in der Tat die stärkste Pforzheimer Aufstellung der Saison, doch auch wir waren gerüstet und konnten zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Team mit 2100er-Schnitt an die Bretter schicken.
Der Mannschaftskampf begann verhalten, ohne große Ausschläge in eine Richtung an einem Brett. Jonas Rosner knetete seinen geliebten Abtausch-Spanier, über den die Meinungen auseinandergehen: „Da kann Schwarz spielen was er will, immer Remis“ „Damit hab ich (fast) 100%“. Roland Wehner belebte Lenin wieder und wenn das nicht schon schlimm genug wäre, setzte er sogar noch eine Transformation zum Stonewall obendrauf, von der Zeit mal wieder ganz zu schweigen. Axel Sadewasser schien ein bequemes Plusgleich zu haben, spielte aber nicht wirklich zwingend. Dr. Ulrich Gebhardt entfaltete mit Schwarz in einer zunächst nicht gerade wild anmutenden Eröffnung doch eine kleine Initiative und ich hatte immerhin einen nicht zu leugnenden Raumvorteil, wenn auch in bereits vereinfachter Stellung. Bei Igor Pyvovar kam schnell eine etwas unorthodoxe Eröffnung aufs Brett, die nicht weiter bearbeitet wurde, da ein Remisgebot des Pforzheimers nach 1,5 Stunden angenommen wurde. Timo Fucik nahm sich das Zentrum und hatte dazu noch den besseren Läufer, bei Marijan Orsolic hab ich irgendwie nicht soviel mitgekriegt, das Brett war zumindest noch voll.
Nach gut 3 Stunden hatte sich die Sache nicht so günstig entwickelt: Axel und Ulrich hatten beide einen Bauern eingebüßt, was bei Letzterem aufgrund Spannung in der Stellung noch ok war, bei Ersterem aber schon problematisch schien. Bei Jonas hatten an diesem Tag die Contra-Abtauscher recht behalten, denn bald wurde ein ereignisloses Remis vereinbart, ebenso wie bei Timo, wo sich nach einem Zentrumsvorstoß viele Steine tauschten, u.a. der vorteilhafte Läufer wonach das entstehende Turmendspiel keinem mehr eine Chance auf einen vollen Punkt ließ. Irgendwie muss es an den großzügig aufgestellten Tischen gelegen haben, denn auch die weitere Entwicklung an Marijans Brett ging an mir vorbei, gemäß den Schilderungen der anderen hat er irgendwann 2 Bauern gewonnen und im Turmendspiel verwertet. Spielstand also 2,5:1,5, mein Gegner hatte einen vielversprechenden Angriff zugelassen, dafür 2 Ettlinger mit Minusbauer, es schien also auf Rolands Partie anzukommen. Dieser hatte eine bescheidene Stellung aber wenigstens genug Zeit um in aller Ruhe über eine Rettung nachzugrübeln. 26 Sekunden für 23 Züge war anscheinend mal der Count, also „noch mehr Sekunden als Züge, das ist ja noch keine richtige Zeitnot“. Anschließend hämmerte „Lucky Luke“ (wie er von Stefan Doll beim Ubach-Blitz getauft wurde; wegen der schnellen Ziehens, nicht wegen des Glücks) 12 Züge in 3 Sekunden aufs Brett und hatte genug Zeit um noch mal eine Denkpause einzulegen. Erstaunlicherweise wurde Rolands Stellung von Zug zu Zug auch noch besser, so dass er sich mal traute, ein Remis anzubieten, was jedoch abgelehnt wurde. Der Trend ging aber weiter und irgendwann waren die 40 geschafft und die Stellung gewonnen. In der Zwischenzeit war auch mein Angriff erfolgreich gewesen, nachdem ein Springereinschlag für den Durchbruch sorgte. Spielstand nach der Zeitkontrolle also 4,5:1,5 und das erste Auto konnte sich auf den Heimweg machen. Um den 40ten hatte Axels Gegner seinen Mehrbauern wieder hergegeben, wonach hier nicht mehr viel los war und wenig später ein Remis vereinbart wurde. Ulrich spielte noch etwas länger, danach wurden noch wilde Varianten analysiert, doch ich glaube das tatsächliche Geschehen auf dem Brett war nicht ganz so spektakulär, letztendlich gab es hier das 5te friedliche Händeschütteln an diesem Spieltag.
Mit diesem etwas zu hohen aber verdienten Sieg haben wir weiter alle Chancen auf den Aufstieg in die Oberliga. Am nächsten Spieltag geht es gegen den großen Konkurrenten Heidelberg-Handschuhsheim, die anscheinend ohne Sperrspieltag ihrer Ersten zu uns kommen und uns damit eine beeindruckende DWZ-Übermacht entgegenstellen könnten. Aber auch eine Niederlage wäre noch nicht das endgültige Ende, denn mit Siegen gegen Lindenhof und Ubach wäre noch Platz 2 aus eigener Kraft drin und dieser könnte unter Umständen ebenfalls reichen, um nächstes Jahr eins höher an den Start gehen zu dürfen.
SC Pforzheim 2045 SK Ettlingen 2103 2½ 5½
Remmler,Hans-Peter 2150 Rosner,Jonas 2139 ½ ½
Leibbrand,Udo 2089 Wehner,Roland 2196 0 1
Mährlein,Christoph,Dr. 2058 Sadewasser,Axel 2164 ½ ½
Hilzinger,Markus 2116 Gebhardt,Ulrich,Dr. 2162 ½ ½
Ungerer,Markus 2043 Friedel,Marcus 2074 0 1
Remmler,Michael 2057 Pyvovar,Igor 2109 ½ ½
Linder,Oliver 1958 Fucik,Timo 1983 ½ ½
Güttinger,Bernd 1891 Orsolic,Marijan 1994 0 1
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