Tja, das ist ein altes Duell, wir begegnen uns mal in der Bezirksklasse, mal in der Bereichsliga, mal gehen wir uns aus dem Weg. Unsere Erinnerungen sind wirklich nicht die besten, Angstgegner eher. Allerdings diesmal mit schlechten Karten (die Gegner..

). 4 Mann von der Rangliste der zweiten halfen am letzten Sonntag beim ersten Sieg der ersten in der Oberliga, die waren dann alle verbrannt. Bei bekannt dünner Personaldecke Slavijas war da nicht mehr mit starkem Auftritt zu rechnen, was sich denn später auch bewahrheitete..
Zuerst mal war die Anfahrt zu bewältigen, aber da wurde ich noch ein wenig von einem Telefonat der 4. gebremst, die auswärts um 9:00 in Dettenheim war - ohne Dettenheimer...


; Lokal wurde abgeglichen, Uhrzeit, wir waren wirklich auswärts..; Ein Nachbar telefonierte ein Vereinsmitglied herbei, die waren der Meinung, um 10:00 bei uns Auswärtsspiel zu haben


und wollten demnächst losfahren...; Also für mich dann soweit klar, ab zum Vereinsheim. Ein Sch...weg, Dauerschnee, Matsche, Glatteis; mein Weg Richtung Vereinsheim war eher eine Skipiste. So gegen 9:40 war ich da, 4 Mann froren schon rum, ein Auto fuhr rein. Ich gab die Dettenheim-Story zum Besten als Entschuldigung, wir lachten laut, aber der Autofahrer nicht: ein Dettenheimer auf Irrweg


.
Trotz allem, wir waren halbwegs pünktlich und hatten mit starker Unterstützung der ersten Mannschaft die wohl stärkste Ettlinger 2. aller Zeiten an Bord (kann mich natürlich verguckt haben, einfach mal so nach Gefühl). Ich sass dann mit immerhin knapp 1950 an Brett 6, also bei mir auf jeden Fall ein Tiefpunkt in der vereinsinternen Laufbahn...



; Slavija trat dann zwar vollständig, aber für meinen Geschmack an den letzten 4 Brettern mit der 3. Mannschaft an, die an dem Tag einfach versenkt wurde (und nur deshalb schon jetzt nicht mehr aufsteigen kann, ansonsten würd's vielleicht noch gehen). Es kam ein Schnitt von 1878 gegen 1635 raus, und alle 20 Minuten kam Timo von der ersten rüber, und fragte, ob es immer noch null zu null steht... (Nervensäge

).
Gut, an den hinteren Brettern entwickelte sich was, auch wenn ein paar hundert DWZ Differenz nicht zu sofortiger Aufgabe führen. Raphael nahm ziemlich schnell ein Bäuerlein mit, von dem nicht so ganz klar war, wieviel Bestand das hat. Der erste grosse Knaller kam an Wolfes Brett, wo der Gegner schlicht einzügig einen Hottehü rumstehen liess; bei verbleibendem rattenschlechtem Läufer (eher Ersatzbauer) dann klares Spiel auf ein Tor, mal das 1:0 abgehakt in Gedanken. Marijan an 1 meldete ein Remisangebot, das er selbst schon abgelehnt hatte...; So um die 2 Stunden herum stellte sich heraus, dass mein Gegner nicht nur einen Bauern eingestellt hatte, sondern aufgrund weissfeldriger Löcher auch noch etwas mehr Springerbesuche abbekam, als die Stellung aushielt, zum Mehrbauern kam die Mehrqualle für umme. Wolfe hatte zu dem Zeitpunkt den finalen Würger angesetzt, Fritz etwa +11, Weiss kann nix mehr machen, und genau das machte er: nix!! Er wollte vielleicht nicht als erster aufgeben und schaute von da an mal den Rest seiner Bedenkzeit lieber bei seinen Mannschaftskollegen zu. Raphael kam zur Rochade, die der Gegner verloren hatte, unnötigerweise zu einem Angriff auf eine Figur, und vor lauter Schreck stellte Weiss lieber gleich noch eine ein: das 1:0 nach 3 Stunden (wie gesagt, Wolfes Gegner gab ja nicht auf, sondern liess die Uhr ticken - jetzt war er schon mal nicht erster). Ein paar Minuten später hatte mein Gegner bei 2-3 Bauern und inzwischen Turm minus auch keine Lust mehr, 2:0. Wolfes Gegner ging spazieren, schon nicht mal mehr Vorletzter..; Uwe Müller brachte hier oder etwas später sein tägliches Qualleopfer, mit Weiss diesmal auf f6, reichlich unmotiviert. Den mussten wir jetzt abbuchen. Dann kamen mehr oder weniger gleichzeitig bei 3,5 Stunden Volker an 8 und Daniel an 4 mit Siegen, bei Daniel mit wildesten Varianten auf dem brennenden Brett. Wolfes Gegner lief herum...; Marijan machte remis, was die 4,5 sicherte (so spielt man Mannschaft


), Uwe konnte beruhigt aufgeben, jetzt war's egal. Wolfes Gegner musste langsam ans Brett, waren nur noch 3 Minuten. Machte einen Zug, und verliess den Saal. Schaffte es grade noch, wieder ans Brett zu kommen, liess sich ein paar Züge zeigen (war irgendwas mit Matt in wenig), ging wie zu erwarten im ca. 30. über den Hammer, fragte noch nach, ich als Schiedsrichter bestätigte seinen Verlust.
Wir gratulierten Wolfe, auf einmal wollte das der Gegner auch, aber Wolfe nicht, er wendete sich ab. In der Folge kam es dann zu ziemlicher Geräuschkulisse mit übelsten Beschimpfungen seitens des Slavija-Spielers, der leider von niemandem in seiner Mannschaft gebremst wurde, stattdessen von einem mitreisenden Zuschauer noch unterstützt. Knapp vor dem Saalverweis konnte ich den Schallpegel unten halten.
Wir hatten nun zwar 5,5 zu 1,5, aber Axel spielte noch, und hatte sich in hoher Zeitnot in siegreicher Stellung befunden. Hier begann der nächste Stress. Axel noch 2 Minuten auf der Uhr, der Gegner 20, ich weise ihn darauf hin, dass er mitschreiben muss, weil er anfängt, Striche zu machen. "aber der schreibt doch auch nicht". Liess sich noch klären, was die Regeln da sagen, wurde immerhin sofort brav mitgeschrieben. Als Axel noch 1 Minute hatte, versemmelt er die Partie, der Gegner ist hoch nervös, schreibt auch nicht mehr, inzwischen zu Recht. Nun blitzen beide munter drauf los, wie jeder im Publikum merkt, locker über die 40. Jetzt kommt wieder der Slavija-Fan zum Angriff und redet irgendwas rein, es wären doch 40 Züge. Weiss auch nicht, was er damit bezwecken wollte, gebe kurz zur Kenntnis, dass hier wie üblich gefälligst bis zum ersten Blättchenfall gespielt wird, was mir erneute Proteste (des Zuschauers!!


) einbringt. Kriege den grade so ruhig, irgendwann fällt ein Hammer, alle werden ans Nachbarbrett zwecks Notationsergänzung verdonnert und ich muss mir im Gang draussen mal den Zuschauer vorknöpfen..; Axel hat die Partie in der Zeitnot sauber versemmelt und kommt mit kerngesundem Turm minus raus. Allerdings sind dem Gegner so peu a peu die Bauern abhanden gekommen, und Axel konnte noch je einen pro Flügel halten und war mit dem King weit vorn. Weiss gelang es in der Folge nicht, irgendwas aus seinen zwei Türmen plus Springer zu machen, als der schwarze g-Bauer erobert wurde, wanderte der weisse König auf die h-Linie. Dann gingen die T-T noch eine Unglücksstellung ein, die die Qualle kostete, inzwischen war Weiss mit der Zeit vorn, noch 4 Minuten Axel glaube ich über 10, nacktes Endspiel weiss K+T+S gegen K+T, aber der weisse King abgeschnitten auf der H-Linie. Der Reservemannschaftsführer von Slavija empfahl seinem Mann ein Remisangebot, das kam auch, und wurde auch prompt angenommen. AUAUAUAUAUA;
Naja, die 6-2 entsprechen vielleicht der DWZ-Differenz, keine Ahnung. Dank des gleichzeitigen Karlsbader Remis haben wir 3 MP Vorsprung und das theoretisch angenehmere Restprogramm. Da ich uns kenne, möchte ich darauf hinweisen, dass keine Bärenfelle zu verteilen sind, bevor der Bär nicht erlegt ist (siehe als eines unter vielen die letzte Saison). Auf jeden Fall mal ist jetzt 5 Wochen Ruhe und vielleicht bis dahin auch der Schnee weg (Prinzip Hoffnung);
Würde mich stark freuen, wenn sich die Regelkenntnisse verbreitern würden und problematische Zeitgenossen vielleicht auch von der eigenen Mannschaft ein wenig zur Brust genommen werden. Habe keine Lust auf Wiederholungen.