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Drei Wochen lang hatte dieses Spiel seinen Schatten voraus geworfen, nun stand es endlich an: die große Chance auf Platz 1. Heidelberg hatte bisher nur ein Unentschieden gegen dezimierte Schorks abgegeben, wir bekanntlich gegen Hockenheim 2 verloren, also musste ein Sieg her. Von unserer Seite waren zum ersten Mal alle Mann an Bord, was zum personellen Härtefall führte, dass Marijan in die Zweite weichen musste. Unsere Gäste hatten in der letzten Runde bereits angedeutet, dass sie keine halben Sachen machen und einen 2200er Schnitt an die Bretter geschickt. Bei Verlesung der Paarungen machte sich doch gewisse Erleichterung breit, denn immerhin fehlten mit Meier, Syska und Kindsvogel Brett 1, 3 der Topscorer ihrer Bestaufstellung. Daran, dass wir an jedem Brett und im Schnitt mit 75 Zählern unterlegen waren, änderte das aber nichts.
Die erste Auffälligkeit beim ersten Rundgang nach ner knappen Stunde war, dass alle Ettlinger bis auf Axel Sadewasser die schlechtere Zeit hatten...kein gutes Zeichen. Stellungsmäßig war es durchwachsen:
Hajo, der Fuchs, hatte Jonas mit einer gemütlichen Nebenvariante sofort aus dem Buch geworfen und setzte ihn nun kontinuierlich unter Druck. Rolands Eröffnung war total misraten. Er schaffte die Kunststücke, bei 55 den Gegner auf der Uhr zu überrunden und später auch, weniger Zeit übrig als der Gegner verbraucht hatte, zu haben. All das im Bemühen, die Initiative gegen den in der Mitte steckenden König aufrecht zu erhalten, was jedoch weniger zu glücken schien.
Axel Sadewasser hatte eine typische Französisch-Stellung, in der man noch um Ausgleich kämpfen musste.
Dr. Ulrich Gebhardt verwaltete im Gegenzug dafür auch ein Plusgleich mit Kontrolle des Zentrums.
Ich hatte es mit dem gleichen Gegner wie im Vorjahr zu tun, doch im Gegensatz zum dortigen Massaker wählte ich diesmal eine seriöse Eröffnung und konnte leicht ausgleichen.
Igor Pyvovar spielte die weiße Seite einer typischen Französisch-Stellung, allerdings kam ihm irgendwie der wichtigste Bauer auf e5 abhanden. Zwar war noch viel auf dem Brett aber gut sah das nicht unbedingt aus.
Michael Mader schien ebenfalls früh ausgeglichen zu haben und versuchte nun selbst das Kommando zu übernehmen.
Bei Timo war eine unorthodoxe Stellung auf dem Brett, die ich nicht bewerten konnte, die laut ihm aber schon nicht so toll war.
Sämtliche Bewertungen waren wenig später aber eh hinfällig, denn nach einem Blackout mit einzügigem Dameneinsteller war die Partie sofort beendet, 0:1. Der Gegenpatzer folgte an Brett 3, wo IM Roos seinem Läufer auf g4 soeben die letzte Rückzugsmöglichkeit genommen hatte, was Axel mit h5 beantwortete, woraufhin der Offizier den Dienst quittierte.
Zu diesem Zeitpunkt mit virtuellem 1:1 war ich noch optimistisch, denn ich hoffte auf ein Wehnersches Blitzcomeback und/oder einen klassischen Igor. Der Rest sah ja nicht so wild aus. Als ich selbst dann mit einem Sperrzug, der in keinem Taktikbuch fehlt, eine Qualität gewinnen konnte, sollte doch was drin sein. Doch dann kams heftig: Erst sah ich in meiner Zeitnot, wie Igor am Nebenbrett durch einen durchstürmenden b-Bauern zur Aufgabe gezwungen wurde, dann als ich meinen Materialvorteil über die Zeit gebracht hatte, fand ich an den ersten beiden Brettern jeweils die Grundstellung und ein Partieformular mit einer 0 für den Ettlinger vor und auch Ulrich berichtete eine Niederlage. Was war da denn los, meine Damen und Herren?
Bei Igor war noch ein weiterer Bauer abhanden gekommen und die Fuddelversuche reichten dann nicht mehr aus, um sich zu retten.
Jonas ist scheinbar nach und nach zusammengeschoben worden und nach einem taktischen Einschlag gabs nichts mehr zu holen.
Roland wurde vom sofortigen Exitus verschont, doch ein Endspiel mit Bauer weniger und wenigen Sekunden auf der Uhr ist auch nicht so angenehm. Wenn dann noch ein Läufer gefangen wird, ists sofort aus.
Ulrichs Gegner hatte ein Damenopfer für zwei Figuren gebracht, was entweder genial und wenn nicht, dann wenigstens komplex genug war, um Verwicklungen zu erzeugen, aus denen er siegreich hervorging.
Zusammengerechnet stand es nun also erschreckenderweise 0,5:5,5. Uarggh!
Axels Sieg war weiterhin abzusehen, doch ich stellte mit dem 41ten einen halben Punkt direkt wieder ein, weil ein Springeropfer ein Dauerschach ermölichte, dem ich nicht wie geplant mit Flucht auf den andren Flügel ausweichen konnte, weil auf einem Feld auf der Route ein Matt in 1 lauerte. Also 1:5 und wenig später dann wirklich der verdiente, wenn auch nicht gerade hart erarbeitete, Ehrentreffer durch Asad: Endstand 2:6.
Fazit: Klitschko hatte sich damals vom dauernden dem Axel in die Fresse hauen, die Hand gebrochen, ähnlich deutlich wars auch heute. Ernüchternd, bitter und niederschmetternd, doch man kann auch was Positives sehen: Immerhin muss sich bei sonem Totalversagen keiner große Vorwürfe machen, es gab keinen zweiten Ditze-Turm, von dem man sich noch in Jahren erzählt und alle können drauf brennen, es in den nächsten Runden besser zu machen. Aus ist der Traum nämlich noch nicht, mit zwei Siegen kann man Zweiter werden und der könnte durchaus reichen für den Aufstieg, wenn die Guten (die Badner) die Bösen (die Unterdrücker aus Schwaben) in der Zweiten Liga im Griff halten. Also Go Viernheim, Go Baden-Oos 3, Go Neuhausen und vorallem natürlich: GO SKE!
SK Ettlingen 2101 SK HD-Handschuhsheim 2 2177 2 6
Rosner,Jonas 2139 Vatter,Hans-Joachim 2317 0 1
Wehner,Roland 2196 Nippgen,Georg 2246 0 1
Sadewasser,Axel 2164 Roos,Jean-Luc 2190 1 0
Gebhardt,Ulrich,Dr.2162 Neunhöffer,Helmut,Dr. 2219 0 1
Friedel,Marcus 2074 Pielmeier,Thomas 2168 ½ ½
Pyvovar,Igor 2109 Zilberman,Polina 2154 0 1
Mader,Michael 1978 Schulenburg,Bernd 2044 ½ ½
Fucik,Timo 1983 Kurz,Ralf 2078 0 1
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