Die Ausgangslage gegen Rheinstetten, den bis dato Zweitplatzierten, Brettpunktstärksten und DWZ-mäßig zweitstärksten Gegner, war vor der Partie eher bescheiden. Das aufstiegsambitionierte Mannschaft-Sandwich in Form der 1., 2. und 4. Mannschaft führte zudem dazu, dass Uwe in die zweite und Thomas in die vierte Mannschaft abgegeben wurden, so dass die Edeljoker Gernot und Martin aus der fünften Mannschaft uns verstärken durften.
Erstaunt durfte ich bei der Mannschaftsaufstellung feststellen, dass auch unser Gegner Aufstellungssorgen hatte, so dass wir uns durchaus berechtigte Hoffnungen auf das eine oder andere Pünktchen machen durften. So begannen die Partien auch recht positiv. Martin hatte nach der Eröffnung den gegnerischen Damenflügel zurück auf die Grundreihe geschickt und der Angriff am Königsflügel lief auf vollen Touren. Mein Gegner hatte mir früh einen Raumvorteil erlaubt und nach Rochade auf gegenüberliegende Seiten nahm mein Angriff recht positive Formen an. Die restlichen Bretter standen ausgeglichen: Philipp stand zwar etwas gedrückt, hielt aber seinen starken Gegner von entscheidenden Aktionen ab. Michael und Ali waren in den erwarteten Stellungen gelandet, wobei Ali mir etwas passiv zu agieren schien. Winnie und Gernot standen ausgeglichen; Christians König „irrte“ zwar etwas „durch den Strafraum“

, ernsthafte Gefahr bestand aber meines Erachtens nicht.
Nach 2 Stunden kam dann die erwartete Siegmeldung von Martin – der Druck am Königsflügel war zu groß, so dass der Gegner die Hand reichen musste. Ali war in einem Endspiel gelandet, in dem wohl nicht mehr als ein Remis erhofft werden durfte - ich sah hier eher Möglichkeiten beim Gegner. So lehnte der Gegner ein Remisangebot auch mit den Worten „ich probier noch mal was“ ab – um dann seine Stellung wenig später derart zu verspielen, dass Ali nach 2,5 Stunden das 2-0 vermelden durfte. Gernot, der im Endspiel etwas gedrückt stand, erhielt nach 3h ein Remisgebot, das ich ungesehen abnickte.
Beim nächsten Rundgang ergab sich folgendes Bild: Philipp hielt noch immer die Kiste zusammen und sein Gegner bekam langsam aber sicher Zeitprobleme, da Philipp recht flott agierte. Meine Stellung war weiterhin viel versprechend, Michael stand aktiv, aber einen Vorteil habe ich für keine Seite erspähen können. Winnie hatte zwischenzeitlich eine Qualität verloren, diese aber wieder zurückerobert und Christian hatte immer noch eine ausgeglichene Stellung auf dem Brett - die Königsproblemchen waren gelöst und die Figuren aktiv.
Nach 3,5 Stunden wurde es bei mir zeitlich etwas enger, so dass ich kaum noch dazu kam, alle Bretter im Blick zu halten, aber Michaels Anfrage, ob ein Remis ok wäre, konnte ich auch in Hinblick auf die Stärke seines Gegners nur bejahen. Als er sich mit seinem Gegner einigte, fiel fast zeitgleich Winnies Stellung auseinander und sein König wurde auf offenem Feld erlegt. (3-2) Ich ließ zu diesem Zeitpunkt leider einen klaren Gewinnweg aus

und musste – wie mein Gegner – die letzten 10 Züge in wenigen Minuten absolvieren. Als wir beide unter 5 Minuten waren, verpflichtete ich einen der spielfreien Gegner zum mitschreiben und notierte nur noch eigene Züge. Mein Gegner war hier fleißiger, was ihm zum Verhängnis wurde: Als ich meinen 40.Zug absolviert hatte, notierte er ihn in Ruhe, sagte „ach, ich muß ja auch noch zieh..“ und dann fiel das Blättchen. Ärgerlich für ihn und mir fast ein wenig peinlich, aber so war mindestens das Mannschaftsremis gesichert! (4-2)
Philipp war in einem gleichfarbigen Läuferendspiel gelandet und eigentlich sprach fast alles gegen ihn: Die Königsstellung war schlechter, die Bauern größtenteils auf der Läuferfarbe festgelegt und einen Bauern hatte sein Gegner auch noch mehr – ich machte mir hier ernsthafte Sorgen. Christian hatte eine nicht einfach zu spielende Endspielstellung mit je zwei Türmen und Läufer gegen Springer auf dem Brett. Die entfernten Damenflügelbauern sollten den Mehrbauern des Gegners kompensieren und so hoffte ich, dass hier noch mindestens ein halbes Pünktchen bei uns bleiben würde.
An Brett eins kam es dann aber doch nicht, wie ich befürchtet hatte – Philipps Gegner fand einfach keinen Weg, die leicht bessere Stellung auszunutzen, zumal Philipp recht flott spielte und die schwachen Punkte stets überdecken konnte – Remis nach 5h. Klasse Leistung gegen den 300 DWZ-Punkte stärkeren, bisherigen Mr.100% der A-Klasse!

Als das Ergebnis feststand, bot auch Christian das Remis an und so endete der Mannschaftskampf 5-3.
Tja, nach den restlichen Ergebnissen in der A-Klasse rückt das Spitzenfeld noch näher zusammen, so dass wir jetzt neben mindestens 4 weiteren Mannschaften noch den ersten Tabellenplatz ergattern könnten. Durch die allgemeine Aufstiegseuphorie in allen vier ersten Mannschaften ist somit zu hoffen, dass die Anzahl der Absagen gering und das Fußballwetter schlecht bleibt

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