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"2 Siege und dann Schützenhilfe" war unsere Marschroute vor dem Spiel in Untergrombach. Aufgrund des Rückzuges von HD-Kirchheim werden wir in der 8ten Runde aussetzen und so stand am Sonntag bereits das vorletzte Spiel an, das vermutlich schwerere, den Schlussrundengegner Lindenhof steckt ziemlich hinten fest. Mit der Aussicht auf Oberliga vor der Nase, stand wie schon gegen Handschuhsheim der gesamte Kader zur Verfügung und so stand für den Kapitän wieder eine unangenehme Entscheidung an. Diesmal setzte er hinten auf Marijan Orsolic, was für den bereits festgespielten Timo Fucik sogar eine Zwangspause bedeutete. Der Ubacher Mannschaftsführer Stefan Schork musste hingegen auf sein Spitzenbrett und einen Hinterbänkler verzichten, was unsere Favoritenrolle unterstrich.
Nachdem die erste Schrecksekunde überstanden war und Dr. Ulrich Gebhardt wirklich direkt und auch locker in der Zeit eintraf, konnten die Spiele beginnen.
Das erste Ergebnis lies nicht allzulange auf sich warten, nach einer guten Stunde einigten sich Igor Pyvovar und sein Gegner nach einer unspektakulären Partie auf eine Punkteteilung, was an einem Schwarzbrett in Ordnung war. 0,5:0,5
Jonas Rosner muss in der nächsten Trainingsgruppen-Sitzung mindestens eine Runde Birnensaft rausgeben, da er sich nicht an das von Roland in der Nachbetrachtung der Pokalpartie Wehner-Adomeit ausgetüftelte Opfer erinnern konnte und anstatt klarem Vorteil nur eine optisch nette aber ausgeglichene Französischstellung vor sich hatte.
Sparringspartner Roland Wehner griff wieder zur Eröffnung aus Kindermanns "Die Leningrader Variante", dem coolsten Video seit Thriller und spielte Holländisch, was sein Gegenüber mit einem klassischen h-Bauernsturm beantwortete.
Axel Sadewassers Stellung schien mir etwas dubios zu sein, der rochierte König hatte ein Loch auf g2 und den weißfeldrigen Läufer, der sich dort oft aufhält, war nur beim Gegner vorhanden, was dieser auch zu einem Bauernsturm auf Axels König nutzte.
Beim Duell Dr. Ulrich Gebhardt gegen Trainerlegende Schork waren die Pfade Theorie schon recht früh verlassen worden und ein vergallopierter schorkscher Springer schien auf a7 schwer gefährdet.
Ich hatte bereits aus der Eröffnung angenehmes Spiel, da ich wichtige Felder unter Kontrolle bekommen konnte und versuchte nun Druck gegen die gegnerische Bauernschwäche aufzubauen.
Michael Mader spielte Wolga-Gambit im Anzuge, was ja schonmal nicht schlecht klingt und wohl auch nicht war, seine deutlich aktiveren Figuren versprachen irgendwo etwas Material zu erbeuten.
Marijan Orsolic hatte eine deutliche Bauernschwäche und versuchte deshalb einen Königsangriff zu inszenieren, dessen Durchschlagskraft aber noch nicht gerade offensichtlich war.
Michael hatte dann einen Fehler in seiner Berechnung und spielte eine Variante, nach der die Spannung verflog und ein sehr remisliches Endspiel entstand. Er lehnte noch ein Remisgebot ab und versuchte ein bisschen was aber wenig später retournierte er es und Frieden wurde beschlossen. 1:1
Weniger gut entwickelte sich auch die Partie von Ulrich, denn gerade als die Schwierigkeiten des Beseitigens des Springers überwundenschienen und er ihn guten Gewissens verspeiste, hatte die Bruchsaler Antwort auf Herrn Kaiser noch ein Ass im Ärmel und sponn ein schickes Mattnetz um den abgeschnittenen König. 1:2
Während es bei mir - ein gegnerischer Turm begab sich, um einen Bauern zu decken, (zu) sehr ins Abseits- und bei Marijan -die Angst vor dem in der Analyse gar nicht so ungefährlichen Königsangriff hatte einen Bauern gebracht- vorwärts ging, musste erstmal eine weiter Niederlage hingenommen werden. Roland war irgendwo eine Dame abhanden gekommen, da halfen dann weder Versuche zu fuddeln, noch das Brett zu verstecken, er konnte seinen Gegner nicht mehr aufs Glatteis führen und musste aufgeben. 1:3
Trotz dieses unschönen Zwischenstandes sah es nicht so schlecht für uns aus. Jonas war mittlerweile in einem Endspiel, in dem sich sein Gegner nicht groß rühren konnte, er also in Ruhe nach einem Weg, die Stellung zu knacken suchen konnte.
Axel hatte den Angriff abgewehrt und war mit 2 Bauern auf der Habenseite verblieben,so dass das Endspiel ihm keine Probleme mehr bereitete. 2:3
Ich war inzwischen auch auf der Siegerstrasse, da der Außenseiterturm gewonnen werden und die gegnerischen Fuddelversuche abgewehrt werdne konnte. Kurz nach der Zeitnot also der Ausgleich. 3:3
Bei Marijan war ein Turmendspiel entstanden...der aufmerksame Leser wird sofort feststellen: Marijan und Turmendspiel, das ist doch eine oft gerühmte Kombination. Auch diesmal war Marijan im Vorteil eines Mehrbauerns, jedoch war dieser rückständig und nicht aktivierbar, was eine Verwertung in weite Ferne rückte.
An beiden verbleibenden Brettern konnten also nur wir gewinnen, soweit so gut. Traurigerweise sah es eher nach 2 Remisen aus, weshalb draussen bereits eifrig diskutiert wurde, was denn so ein 4:4 wert wäre.
Jonas hatte dann einen Befreiungsbauernvormarsch des Gegners übersehen "ich dachte, er kann nie was machen, plötzlich konnte er doch" und musste kurz um einen Bauern bangen, ehe dann eine endgültig tote Stellung erreicht wurde, die Remis gegeben wurde.
Hing also wiedermal alles an Marijan und er schaffte es immerhin den Damenflügel etwas zu entwirren, was beidne einen Freibauern gewährte. Nach einer Abwicklung gab der Ubacher seinen Hoffnungsträger auf und bildete durch Schlagen zweier Marijanbauern einen neuen. Die Stellung schien nun klar Remis zu sein, denn Marijan musste seinen Bauern mit dem König unterstützen, was ihm Schachs abwechselnd Schachs von hinten und Bedrohung des Bauerns von hinten (übrigens auch Titel einer bald erscheinenden Schiri-Biographie) einhandelte. Aufgegeben werden konnte der Bauer nicht, da der König knapp zu weit drüben war, um rechtzeitig den Kollegen auf der g-Linie zu unterstützen. So hatten wir uns gerade mit dem 4:4 abgefunden, als der Ubacher doch fehlgriff und ein Schach zu viel gab. Nun stand der König eine Reihe weiter Richtung Königsflügel und konnte den a-Bauern seinem Schicksal überlassen und den g-Bauern zur Dame und zum Mannschaftssieg führen. 4,5:3,5 Er hat es wieder geschafft, der Turmendspiel-Joe!
Knapp wars aber nicht unverdient. Bei Ulrich und Michael war klar mehr drin, auch Jonas und Marijan hatten die meiste Zeit alles im Griff. Aus diesen 4 Partien negativ rauszugehen, wäre schon sehr unglücklich gewesen. Die anderen 4 gingen einigermaßen glatt auf ihr Endergebnis zu, glaub ich.
SC Ubach 2 2050 SK Ettlingen 2102 3½ 4½
Sieglen,Joachim,Dr.2253 Rosner,Jonas 2139 ½ ½
Melzer,Oliver 2174 Wehner,Roland 2196 1 0
Petermann,Michail 2024 Sadewasser,Axel 2164 0 1
Schork,Stefan 2106Gebhardt,Ulrich,Dr. 2162 1 0
Kohl,Hartmut 1975 Friedel,Marcus 2074 0 1
Jonitz,Jens 2089 Pyvovar,Igor 2109 ½ ½
Krieger,Markus 1912 Mader,Michael 1978 ½ ½
Graf,Andreas 1870 Orsolic,Marijan 1994 0 1
Der weiter Ablauf:
21.03.
2. Bundesliga Süd
SV Griesheim - SC Krumbach
Unsere alten Fußballschachrivalen werden uns doch nicht im Stich lassen?!
28.03.
Verbandsliga Nord
SK Ladenburg - HD-Handschuhsheim
Ladenburg darf nicht gewinnen, dann haben wirs in der eigenen Hand, Zweiter zu werden.
11.04.
2. Bundesliga Süd
Sc Krumbach - SK Neuhausen
Unser Schicksal in der Hand der Bogners...hoffen wir das Beste, sie dürfen nicht verlieren, ein 4:4 müsste reichen, um Krumbach runtergehen zu lassen, was in der VLN einen zweiten Aufsteiger ermöglicht.
25.04. (Tag des Marcus)
Verbandsliga Nord
Lindenhof - Ettlingen
Wenn alles so läuft wie erhofft, können wir hier den Aufstieg klar machen.
Wenn nicht alles so läuft, können wir noch auf Punktverluste von Ladenburg gegen die Ubacher hoffen, doch vorher sind die Chancen sicher besser.
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