Gestern fand sich seit langen Jahren wieder eine Ettlinger U20-Mannschaft, die an der Bezirksmeisterschaft teilnahm, unter anderem weil trotz Jeder-gegen-Jeden-Modus nur ein Spieltag auf dem Programm stand, da sich nur der KSF neben uns zur Meldung einer Mannschaft hinreißen ließ.
Wir starteten in Brettreihenfolge mit Jonas Rosner, Raphael Weber, Daniel Volz, Dominik Schwingen, Christian Krepper und Lukas Wendling. Jugendleiter Axel Schlippe setzte bei der Nominierung des Kaders neben reinen DWZ-Kriterien auch darauf, dass echte U20er zum Einsatz kommen sollten. Erste freudige Überraschung war, dass der KSF ohne sein Spitzenbrett antrat, sodass wir auf dem Papier deutlicher Favorit waren.
Die erste Entscheidung war dann auch recht schnell gefallen, denn Dominiks Gegner stellte in einer zunächst ausgeglichenen Russischpartie wohl die Dame ein, so wie ich das hörte. Einige Zeit später folgte Christians Ergebnis: Nach problematischer Eröffnung mit Raumnachteil und verbesserungswürdiger Figurenkoordination, konnte er letztlich einen Königsangriff entfachen, der schlicht und ergreifen mit Matt endete. Bei Lukas Partie an Brett 6 kam dem Gegner irgendwann mal ein Bauer abhanden, wie es dazu kam, habe ich nicht mitbekommen. Anschließend wurde der Vorteil im Endspiel souverän ausgebaut und in einen vollen Punkt verwandelt. 3-0.
Die Partien an den Brettern 1-3 waren sicherlich die umkämpfteren:
Bei Raphael entstand meiner Meinung nach eine recht ausgeglichene Russischstellung, was man ja eigentlich nicht dazusagen muss, da Russisch doch immer ausgeglichen ist

. Nach und nach gelang es Raphael jedoch die gegnerische Bauernstruktur zu schwächen und die angenehmere Stellung zu erreichen. Letztlich wurde die Partie durch ein hübsches Opfer von Raphael entschieden, das zum Damengewinn führte und wenig später zum Sieg.
Jonas Partie lief zunächst recht problemlos. Nach bequemen Ausgleich mit Schwarz eroberte er kompensationslos einen Bauern. In der Folge gelang es ihm jedoch nicht, die Stellung zu vereinfachen, ganz im Gegenteil, aufgrund des ein oder anderen ungenauen Zugs entfachte plötzlich der Gegner einen recht interessanten Angriff. Bei abnehmender Bedenkzeit nicht gerade angenehm. Schlussendlich konnte Jonas doch die genaueren Züge finden, sodass er mit Mehrturm den Gegner zur Aufgabe bewegte.
Den Schlusspunkt setzte Daniel, der nach der Eröffnung ebenfalls bequemen Ausgleich mit Schwarz hatte. Doch es stellte sich als schwierig heraus, Vorteil zu erzielen. Nach einem langen Kampf übernahm Daniel klar die Initiative und am Ende wird die Stellung des Gegners im Endspiel wohl auseinandergefallen sein. Das habe ich auch nicht so genau mitbekommen.
Alles in allem also ein hochsouveräner Sieg, der in der Höhe von 6-0 dennoch nicht zu erwarten war. Nach dieser geschlossenen Mannschaftsleistung warten nun die nächsten Hürden auf dem Weg zur Baden-Württemberg-Liga.